Von Büchern und Menschen

Wilhelm BuschJeremias GotthelfSherlock Holmes & Dr. WatsonWilhelm HauffGeorg Christoph LichtenbergLudwig BechsteinJacob & Wilhelm GrimmAnnette von Droste-HülshoffThomas ChattertonEdward Bulwer-LyttonGerhart HauptmannGeoffrey ChaucerAdolph Freiherr KniggeFriedrich Schillers »Der Geisterseher«Heinrich Hoffmann von FallerslebenDaniel DefoeJohann Peter EckermannHeinrich von KleistKarl MayJoseph von EichendorffMathias ClaudiusAugust Wilhelm IfflandChristian MorgensternGotthold Ephraim LessingLewis CarrollHeinrich HeineHannover in der Literatur (Sonderband)

Band 1: Wilhelm Busch

»Ich müßte lachen, wenn gerade die Welt unterginge…«
Über den Dicht-, Denk- und Zeichenkünstler Wilhelm Busch

»Vergebens predigt Salomo. Die Leute machen’s doch nicht so.« Das ist nur eine von den griffig gereimten, komisch resignativen Einsichten Wilhelm Buschs in die Welt, wie sie einmal ist, und deren Bewohner, wie sie einmal sind: Für gläubige Moralisten zum Heulen, für illusionslose Humoristen dagegen zum Lachen. Diese Busch-Welt ist ein einziger Komik-Kosmos. Heiko Postma gibt in diesem Buch einen Überblick über das Leben des Meisters, seine spät in Gang gekommene Karriere, seinen eminenten Erfolg beim Publikum und seinen frühen Rückzug aus der großen Öffentlichkeit. Beleuchtet wird Buschs Denken (etwa seine Prägung durch die »Willens«-Lehre Arthur Schopenhauers) genau wie sein Malen, Zeichnen oder Dichten. Und, versteht sich: Es wird ausgiebig aus seinen Werken zitiert!

ISBN 978-3-940970-01-5
64 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 2: Jeremias Gotthelf

Der Unzeitgeistliche
Über den kampfstarken Pfarrer und Schriftsteller Albert Bitzius alias Jeremias Gotthelf

Der Schweizer Pastor Albert Bitzius, der sich als Schriftsteller (nach dem Helden seines ersten Romans »Der Bauernspiegel«) Jeremias Gotthelf nannte, gehört zu den herausragenden Erzählern der deutschen Literatur – wortmächtig, gestaltungskräftig, humorvoll, aber, wenn’s ihm darum zu tun war, auch bissig, satirisch, streitbar und allemal unerschrocken. Gotthelfs Bücher schildern, fast ausnahmslos, das bäuerliche Leben in seiner engeren Heimat, dem Kanton Bern. Welthaltig genug sind sie dennoch. In seinem Buch über Jeremias Gotthelf umreißt Heiko Postma das Leben und Schaffen dieses kampfstarken (und kampflustigen) Pfarrers und Schriftstellers – des »Unzeitgeistlichen«, versetzt mit allerlei charakteristischen Leseproben aus dessen Werken.

ISBN 978-3-940970-02-2
54 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 3: Sherlock Holmes & Dr. Watson

»Exzellent!« rief ich – »Elementar«, sagte er
Über Sherlock Holmes & Doktor Watson nebst einigen Beobachtungen zu Sir Arthur Conan Doyle sowie einem Anhang mit drei Holmes-Episoden außerhalb des Kanons

Kombiniere: der größte Detektiv aller Zeiten ist Sherlock Holmes, der hagere Brite mit der Adresse London, 221B Baker Street. Ob als Meister im Beobachten und Deduzieren oder als Exzentriker, der sich von einem raffiniert ausgeklügelten Verbrechen geistig herausgefordert fühlt, nach Abschluß eines Falles beim Geigespiel entspannt und (un-)tatenlose Leerstunden mit einer 7%-Lösung Kokain ausfüllt – Sherlock Holmes ist und bleibt das Maß aller Dinge in der klassischen Detektiv-Literatur. Heiko Postma hat diesen scharfsinnig arroganten Detektiv ebenso portätiert wie dessen einfühlsam herzlichen Chronisten Doktor Watson und dabei noch einige Beobachtungen über ihren gemeinsamen Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle angestellt (mit Seitenblicken auch auf die unermüdlich forschende Gemeinde der »Sherlockians«). Angereichert wird das Ganze durch mehrere markante Belegstellen aus den »Holy Writings« – den Romanen und Erzählungen um Sherlock Holmes. Als Besonderheit werden aber auch einige Holmes&Watson-Episoden präsentiert, die Sir Arthur zwar verfaßt, aber nicht in den »Kanon« aufgenommen hat – echte Raritäten. Elementar.

ISBN 978-3-940970-03-9
76 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 4: Wilhelm Hauff

Goldene Körner in des Lesers Phantasie
Über Leben und Werk des Schriftstellers Wilhelm Hauff

Nur eben drei Jahre lang hat seine literarische Laufbahn gedauert: Wilhelm Hauff, geboren am 29. November 1802 in Stuttgart, ist bereits am 18.November 1827, nicht einmal 25 Jahre alt, in seiner Vaterstadt gestorben. Doch in der kurzen Zeit, die ihm gegeben war, hat er ein erstaunliches Œuvre vorgelegt – drei Romane, sieben Novellen, darunter »Die Sängerin«, die erste Polizei-Detektiv-Geschichte der deutschen Literatur; zudem eine Reihe von Studien und hintergründigen Betrachtungen zum Literaturbetrieb seiner Zeit, mehrere Prosa-Skizzen, seine rotweinfunkelnd sprachglänzenden »Phantasien im Bremer Ratskeller« und, nicht zuletzt, drei Märchen=Almanache, deren einfallsreichen Geschichten noch heute jeder kennt – etwa den »Kleinen Muck« oder den »Zwerg Nase«. Märchen, für Kinder erzählt, doch zugleich voller Goldkörner für die Phantasie erwachsener Leser. In diesem Buch hat Heiko Postma das (kurze) Leben dieses Schriftstellers geschildert, der zu den elegantesten und witzigsten Stilisten seiner Zeit gehörte, der Epoche zwischen Romantik und Realismus. Vorgestellt werden dabei die schönsten Prosa-Werke des Elementar-Erzählers, dazu wird allerlei zitiert.

ISBN 978-3-940970-04-6
56 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 5: Georg Christoph Lichtenberg

»Als wenn der Blitz einschlüge«
Über den Experimental-Denker Georg Christoph Lichtenberg

Der Philosoph, Mathematiker und Physiker Georg Christoph Lichtenberg gehört zu den brillantesten Schriftstellern der deutschen Literatur, obwohl er einen Großteil seines – praktisch allumfassenden – Œuvres zu Lebzeiten gar nicht veröffentlicht, sondern nur in Kladden, seinen Sudelbüchern, wie er sie nannte, aufgezeichnet hatte. Doch als diese Notizen posthum erschienen, wurde allen Lesern klar: Hier war »eine ganze Milchstraße von Einfällen« zu beobachten, und nicht wenige dieser Lichtenbergschen »Pfennigs-Wahrheiten« sind längst zu Zitat-Klassikern geworden, wie etwa: »Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.« In dieser Lichtenberg-Studie zeichnet Heiko Postma das Leben dieses Gelehrten und witzigen Literaten nach und würzt das Ganze mit plastischen Beispielen aus Lichtenbergs Briefen, Schriften und, versteht sich, den Sudelbüchern.

ISBN 978-3-940970-05-3
64 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 6: Ludwig Bechstein

Märchenblumen und der süße Reiz der Sage
Über den Forscher und Sammler, Poeten und Erzähler Ludwig Bechstein

Es mag manch heutigen Leser überraschen, aber bei den Zeitgenossen, den kindlichen wie den erwachsenen, war das »Deutsche Märchenbuch«, das Ludwig Bechstein 1845 herausgebracht hatte, weitaus beliebter als die »Kinder- und Hausmärchen« der Brüder Grimm. Dreizehn Auflagen seiner Sammlung erschienen allein zu Bechsteins Lebzeiten, und auch nach seinem Tod hielt der Erfolg des Werkes (das inzwischen, verdientermaßen, in »Ludwig Bechstein’s Märchenbuch« umgetauft war) noch lange an. Und das ist durchaus erklärlich, denn Bechstein ist ein wunderbarer Märchen-Erzähler: frisch und keß, voll Humor und Sprachwitz, doch wo’s sein darf, auch zart und anrührend. Dabei hatte er sich in diese Märchenwelt erst relativ spät eingearbeitet, denn eigentlich verstand er sich als Sagen-Forscher, der in seiner Heimat Thüringen, aber auch auf seinen Reisen, unermüdlich solch alten Volks-Erzählungen nachspürte und 1853 denn auch sein gewaltiges, 1000 Sagen aus allen Regionen umfassendes »Deutsches Sagenbuch« vorlegte. Doch Ludwig Bechstein, der gelernte Apotheker und studierte Historiker, der den größten Teil seines Lebens, zunächst als herzoglicher Bibliothekar, zuletzt als Leiter des Hennebergischen Gesamtarchivs, in Meiningen verbracht hat – er war, über seine Märchen und Sagen hinaus, auch auf anderen literarischen Gebieten tätig: Er schrieb Novellen und Romane, historische und landeskundliche Studien, Reiseskizzen und Wanderbücher und, als später Romantiker, auch stimmungsvolle Gedichte. Heiko Postma gibt einen Einblick in das Leben und Schaffen dieses vielseitigen und liebenswürdigen Poeten. Zudem wird ausgiebig zitiert – aus Bechsteins Briefen und Schriften, doch vor allem, versteht sich, aus seinen Sagen und Märchen.

ISBN 978-3-940970-06-0
61 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 7: Jacob & Wilhelm Grimm

»… dann leben sie noch heute!«
Über die Gelehrten, Volkskundler und Märchen-Sammler Jacob & Wilhelm Grimm

»Es war einmal eine Königstochter.«: mit dieser, längst vertraut gewordenen, Formel begann ein kleines Buch, das Weihnachten 1812 in den Handel kam und den Titel trug – »Kinder- und Hausmärchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm«. Es war die erste gründlich angelegte (und wissenschaftlich kommentierte!) Sammlung deutscher Volksmärchen überhaupt: zusammengetragen von zwei jungen Männern, die sich schon früh auf die Erforschung »altdeutscher« Poesie-Denkmäler verlegt hatten: Jacob und Wilhelm Grimm. Und wenn ihr Märchenbuch anfangs auch kein sonderlicher Verkaufsschlager war – mit der Zeit kamen die Leser dahinter, welchen Schatz sie hier besaßen, und »Grimms Märchen« wurden zu dem deutschen Hausbuch schlechthin. Heiko Postma schildert das Leben und Schaffen der Brüder Grimm – angereichert, versteht sich, mit charakteristischen Beispielen aus ihrer Märchen-, Sagen- und Mythen-Werkstatt sowie dem »Deutschen Wörterbuch«.

ISBN 978-3-940970-07-7
66 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 8: Annette von Droste-Hülshoff

»Und darf nur heimlich lösen mein Haar…«
Über die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff

Sie war schon jenseits der vierzig und seit kurzem auch eine »gedruckte« Dichterin, als sie von einem wahren poetischen Schaffensrausch erfaßt wurde – als ihr die »Gedanken und Bilder«, wie sie schrieb, förmlich »gegen den Hirnschädel« pochten und »mit Gewalt ans Licht« drängten. Und »gleich einer Mänade« mit sturmdurchwühlten Locken kam sie sich vor, als sie im Herbst des Jahres 1841, zu Gast bei ihrer Schwester in Meersburg, auf dem Turm des alten Schlosses stand und in ihrer Phantasie zu wahrhaft tollkühnen Flügen aufbrach: Annette von Droste-Hülshoff, die in jenen Tagen ihre ausdrucksstärksten Gedichte schuf. Allein, selbst in dieser euphorischen Stimmung (und mit einem jungen Literaten an ihrer Seite, in dem sie ihren seelenverwandten »Dioskuren« sah), ließ sie sich doch von ihrer Lebenswirklichkeit einholen, weshalb dann auch ihr großes Poem »Am Turme« mit den resignativen Versen endete: »Nun muß ich sitzen so fein und klar,/ Gleich einem artigen Kinde,/ Und darf nur heimlich lösen mein Haar/ Und lassen es flattern im Winde.« Und so hat diese Anna Elisabeth Reichsfreiin von Droste zu Hülshoff zeitlebens, pflichtbewußt, die ihr zugefallenen »Rollen« gespielt: als Frau; als Tochter; als Schwester und ledige Tante; nicht zuletzt als Aristokratin und als Katholikin. Doch wenn sie sich an ihren Schreibplatz zurückziehen (und gleichsam »heimlich ihr Haar lösen« konnte), dann verwandelte sie sich in eine Dichterin – dann entstanden ihre spukhaften Balladen und ihre schaurig düsteren Moor- und Heidebilder, ihre inbrünstigen, gleichwohl von tiefen Glaubenszweifeln durchzogenen geistlichen Lieder und ihre bezwingenden Prosastücke wie die »Judenbuche« oder der – leider Fragment gebliebene – Roman »Bei uns zu Lande auf dem Lande«, die herrlich humorvolle Schilderung ihrer westfälischen Heimat (und ihrer Familie). In diesem Buch entwirft Heiko Postma ein Porträt der Autorin und hat dabei, versteht sich, auch allerlei aus ihren Werken zitiert.

ISBN 978-3-940970-08-4
74 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 9: Thomas Chatterton

»Spott zahl ich heim mit Spott und Stolz mit Stolz«
Über den Poeten und Fälscher Thomas Chatterton

Er gehört zu den sonderbarsten Gestalten der englischen Literatur: Thomas Chatterton, der 1752 in Bristol geboren wurde und schon 1770, nicht einmal 18jährig, in London starb – durch eigene Hand, an einer Überdosis Arsen; der posthum zur Legende wurde und zum Idol der nachfolgenden Autoren-Generation; und der seither die unterschiedlichsten Künstler dazu inspiriert hat, sich mit seinem Leben und seinem Werk auseinanderzusetzen. »Marvellous boy«, Wunderkind, nannte ihn der britische Poet William Wordsworth. Und das war Chatterton tatsächlich: Um sich Zutritt zur literarischen Welt zu verschaffen, präsentierte der 15jährige Schreiberlehrling seinen mittelalterverrückten Zeitgenossen das breitgefächerte Werk eines bis dato unbekannten Dichters und Gelehrten aus dem 15. Jahrhundert, das er angeblich in einer alten Truhe entdeckt, in Wahrheit Wort für Wort selber verfaßt hatte. Und alles wirkte so echt, daß die Gelehrten noch mehr als ein Jahrhundert lang stritten, ob dieser erfundene Skribent »Thomas Rowley« nicht vielleicht doch real existiert haben könnte… Einer, der nicht daran glaubte, war freilich der Literat Horace Walpole, an den sich Chatterton zwecks Förderung gewandt hatte. Und Walpoles Absage traf ihn an seiner empfindlichsten Stelle – an seinem Stolz. Dieser Stolz war’s dann auch, an dem er letztlich zerbrach. Gleichwohl: Chattertons Tod bleibt rätselhaft. In diesem Band zeichnet Heiko Postma ein Porträt des jugendlichen Poeten und genialen Fälschers. Zudem stellt er eine Reihe von dessen (hierzulande kaum bekannten) Arbeiten vor – pseudo-mittelalterliche wie unverfälscht zeitgenössische. An zentraler Stelle dabei: der boshaft brillante »Letzte Wille«, das satirische Meisterstück Thomas Chattertons.

ISBN 978-3-940970-09-1
64 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 10: Edward Bulwer-Lytton

»Und der Name des Stromes ist Zeit«
Leben und Werk des viktorianischen Romanciers Edward Bulwer-Lytton

Die Vergangenheit entscheide unsere Gegenwart und lasse uns die Zukunft erahnen, statuierte der britische Schriftsteller und Politiker Edward Bulwer-Lytton (1803–1873) in seinem letzten, autobiographisch grundierten Roman Kenelm Chillingly – und lieferte damit gleichsam eine Quintessenz seines literarischen Wirkens. Zumal in seinen historischen Romanen war er immer wieder in den »Strom der Zeit« hinabgetaucht, um Untergegangenes neu ans Licht zu holen, es erzählerisch wieder lebendig und den Lesern der Gegenwart anschaulich zu machen. Doch nicht allein als Verfasser geschichtlicher Stoffe ist Bulwer hervorgetreten: Der zu seiner Zeit grad in Deutschland meistgelesene englische Autor war in diversesten Genres firm – ob’s um Okkultes ging (Zanoni) oder um Kriminelles (Nacht und Morgen), um Mondänes (Pelham) oder um unterirdisch Utopisches (Das kommende Geschlecht). Einen Höhepunkt seines Schaffens bilden zudem die großformatigen, brillant beobachteten, voll Witz und Humor dargebotenen englischen Gesellschafts-Panoramen der Caxton-Serie (etwa: Was wird er damit machen?), mit denen sein Sachwalter Arno Schmidt hundert Jahre nach dem Tod des Autors eine Art deutscher Bulwer-Renaissance initiierte.

ISBN 978-3-940970-10-7
68 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 11: Gerhart Hauptmann

Ein Großklassiker a. D.?
Über den Dramatiker, Erzähler und Vers-Epiker Gerhart Hauptmann

Mit seinen ersten Stücken galt er im wilhelminischen Deutschland als Aufrührer und sozialer Unruhestifter: Jahrelang waren seine Dramen wie »Die Weber« auf öffentlichen Bühnen polizeilich verboten. Doch Gerhart Hauptmann, der Dramatiker der »kleinen Leute«, verstand sich keineswegs als Revolutionär. Und je älter er wurde, desto mehr sah er sich als »Klassiker« – als gegenwärtigen deutschen Statthalter eines länder- und epochenübergreifenden Dichterkreises, was sich markant in seinem Œuvre niederschlug: zumal in seinen produktiven Fortschreibungen von Werken Dantes, Shakespeares und vor allem Goethes. Zur Zeit der Weimarer Republik war der Nobelpreisträger Hauptmann dann tatsächlich der Repräsentant der deutschen Literatur – eine Rolle, die er auch während der NS-Zeit nicht aufgeben mochte, auch wenn er sie mit schlechtem Gewissen und nicht ohne inneren Widerstand ausführte. Im literarischen Leben von heute ist seine einstige Präsenz dagegen merklich geschrumpft: Nur wenige seiner Stücke haben sich im Repertoire behaupten können. Es scheint fast, als sei Gerhart Hauptmann so etwas wie ein Großklassiker a. D. geworden. Das aber wäre schade. In seinem Hauptmann-Porträt umreißt Heiko Postma darum nicht nur das Leben des Autors und stellt dessen epochemachende Arbeiten vor, sondern geht dabei gerade auch auf Hauptmanns weniger populäre Werke ein – unter anderem auf das Epos »Der große Traum« oder das Dramenfragment »Der Dom«, das Gegenstück zum goetheschen »Faust«, und auf das Alters-Drama des Dichters, die »Atriden«-Tragödie, seine Reverenz vor und Auseinandersetzung mit Goethes »Iphigenie«.

ISBN 978-3-940970-11-4
68 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 12: Geoffrey Chaucer

»Dann kriegt der Mensch auf eine Wallfahrt Lust…«
Über den Dichter der »Canterbury Tales« – Geoffrey Chaucer

Sie waren das wohl kunstvollste, mit Sicherheit vitalste und – weit über die Grenzen Englands hinaus – auch nachhaltigste Buch des ausgehenden Mittelalters: die »Canterbury Tales«, das große Erzählwerk, an dem Geoffrey Chaucer (1340–1400) die letzten fünfzehn Jahre seines Lebens gearbeitet hatte, ohne es schließlich ganz vollenden zu können. Was der Beliebtheit (und der Qualität) seines Buches aber keinen Abbruch tat, in dessen Rahmenhandlung mit Witz und heiterer Ironie eine mehrtägige Gruppen-Pilgerfahrt von Southwark zum Wallfahrtsort Canterbury geschildert wird, deren Teilnehmer sich aus nahezu sämtlichen Ständen und Schichten der damaligen Gesellschaft rekrutieren: Ein nobler Ritter, die vornehme Priorin eines Klosters, ein Arzt und ein Gelehrter aus Oxford, ein lebensfroher Gutsherr und ein Kaufmann, eine wohlsituierte Bürgersfrau, ein zynischer Ablaßprediger und ein Mönch, aber auch ein Pflüger, versoffener Müller, ein Tapezierer und ein Koch. Und um sich unterwegs die Zeit zu verkürzen, erzählen sie einander ereignissatte Geschichten – jeder auf seine Art, ritterliche Romanzen oder derbe Schwänke, lehrreiche Fabeln oder wilde Schoten, fromme Legenden oder boshafte Satiren. Allesamt sorgsam protokolliert und großteils auch in wohlgereimte Verse gebracht vom mitpilgernden Chronisten Geoffrey Chaucer. Der vorliegende Band gibt einen Einblick in diese kontrastive Erzählsammlung und einen Überblick über das leider nur spärlich dokumentierte Leben des Poeten und dessen weitere Schriften. Das Ganze angereichert durch allerlei charakteristische Textproben – in den versgetreuen Übersetzungen Heiko Postmas und dazu auch, für Sprach-Liebhaber, im mittelenglischen Original-Ton Geoffrey Chaucers.

ISBN 978-3-940970-12-1
69 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 13: Adolph Freyherr Knigge

»Sei, was du bist, immer und ganz«
Über den Aufklärungs-Schriftsteller Adolph Freyherr Knigge

Als der Freiherr Adolph von Knigge 1787 mit seiner Familie nach Hannover zurückkehrte, in die Stadt, wo er einen beträchtlichen Teil seiner Jugend verbracht hatte, gehörte er zu den bekanntesten Literaten der deutschen Aufklärungszeit: Er hatte mehrere Romane verfaßt, Theaterstücke, Rezensionen, Traktate über Freimaurerei und Geheimlogen-Wesen. Seinen größten Publikums-Erfolg, der den Namen »Knigge« bis heute sprichwörtlich machte, schrieb er dann in Hannover: »Ueber den Umgang mit Menschen«. Zwar haben spätere Herausgeber das Werk in zunehmenden Maße entstellt und damit geradewegs zu der »Benimmfibel« gemacht, die der Autor ausdrücklich nicht im Sinn gehabt hatte; doch Knigges zeitgenössische Leser begriffen sehr genau, daß es ihm nicht um Eßmanieren gegangen war, sondern um bürgerliche Emanzipation – ein Jahr vor dem Ausbruch der Französischen Revolution, in deren Folge Knigge ostentativ das Adelsprädikat »von« ablegte, um fortan nurmehr »der freie Herr Knigge« zu sein. Seine letzten Lebensjahre waren von einer schweren Krankheit überschattet, der er am 6. Mai 1796, im Alter von nur 44 Jahren, erlag. In diesem Band gibt Heiko Postma einen Einblick in Leben, Zeit und Werk des großen Aufklärers, wobei, versteht sich, auch umfassend aus Knigges Schriften zitiert wird: aus dem »Umgang mit Menschen«, doch gleichfalls aus seinen Romanen wie der »Reise nach Braunschweig«, Knigges humoristischem Meisterstück, aus seinen Schauspielen ebenso wie aus seinen politischen Abhandlungen und Satiren.

ISBN 978-3-940970-13-8
61 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 14: Friedrich Schiller

»Die Fortsezzung folgt…«
Friedrich Schiller und sein Roman »Der Geisterseher«

Friedrich Schiller ist zwar zeitlebens nie in Venedig gewesen, doch in seinem Roman »Der Geisterseher« hat er ein »Venetia fantastica« entworfen, das an morbiden Reizen und nächtlichen Schauern alle Traumvorstellungen überbot. Die Stadt des Karnevals und der verwirrenden Kanäle wird bei ihm zum Schauplatz einer abgefeimten Verschwörung, in deren Verlauf der Prinz eines deutschen Kleinstaats unrettbar in die Fänge eines unheimlichen »Armeniers« gerät – dem Agenten eines eiskalt operierenden politisch-religiösen Geheimbundes. Die Leser der Zeitschrift »Thalia«, in der dieser erste und einzige Roman Schillers zwischen 1787 und 1789 in fünf Fortsetzungen als Vorabdruck erschien, waren gruselig entzückt und harrten jeder neuen Folge mit Spannung entgegen. Nicht ganz so fiebrig gestimmt war freilich der Dichter selbst, der mit der Zeit mehrfach die Lust am Fortspinnen der Geschichte verlor, die er denn auch reichlich abrupt beendete. Doch selbst wenn Schiller, allen Bitten seiner Leser zum Trotz, den versprochenen »Zweiten Teil« des Romans schuldig blieb – den »Ersten Teil« hat er für die Buchausgabe (und jede ihrer Neu-Auflagen!) mit höchster Sorgfalt überarbeitet; und fraglos gehört »Der Geisterseher« zu seinen originellsten Prosa-Arbeiten. Im vorliegenden Band stellt Heiko Postma diesen »Geisterseher« vor: Er schildert, gestützt auf den »Thalia«-Urtext, die langwierige Entstehungsgeschichte des Projekts, stellt das Buch in den Zusammenhang mit anderen Werken Schillers, beleuchtet die Lebensumstände des Autors und präsentiert mehrere exemplarische Passagen aus dem Roman, darunter, versteht sich, die große nach-mitternächtliche Geisterbeschwörungs-Szene mit ihrem nervenaufreibenden Schlußwort – »Die Fortsezzung folgt«.

ISBN 978-3-940970-14-5
56 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 15: Heinrich Hoffmann von Fallersleben

»Ich singe – und die Welt ist mein«
Über den Gelehrten, Freiheitsmann und Liederdichter Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Er war zu Lebzeiten unvorstellbar populär – Heinrich Hoffmann von Fallersleben, dessen 1841 auf Helgoland verfaßtes »Lied der Deutschen« mit seinem Verlangen nach »Einigkeit und Recht und Freiheit« später zur deutschen Nationalhymne wurde. Zur Entstehungszeit des Lieds gehörte der Erzliberale freilich zu den politisch Verfolgten: Seiner »Unpolitischen Lieder« wegen als (preußischer) Professor entlassen, mußte er sich als »Wandersänger« durchschlagen – allerorten von Spitzeln beschattet, von Polizisten heimgesucht, von Ausweisung bedroht, doch vom Volk geliebt und stürmisch gefeiert. Viele seiner damals entstandenen Verse, zumal seine zahlreichen schönen Kinderlieder (»Alle Vögel sind schon da«) sind längst zu echten Volksliedern geworden, was leider auch bewirkte, daß der Name ihres Verfassers dahinter etwas verblaßt ist. In diesem Band liefert Heiko Postma darum ein Porträt Heinrich Hoffmanns, das alle Facetten des Gelehrten, Freiheitsmanns und Liederdichters nachzeichnet, der 1798 im hannöverschen Amt Fallersleben geboren wurde und 1874 als Bibliothekar des früheren Benedektinerklosters Corvey gestorben ist. Dazu gibt es allerlei Kostproben aus seinem Werk – ob »Unpolitische Lieder«, »Texanische«- oder »Kinder-Lieder«, und aufschlußreiche Passagen aus Hoffmann von Fallerslebens großangelegtem Erinnerungswerk »Mein Leben«.

ISBN 978-3-940970-15-2
54 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 16: Daniel Defoe

Projektemacher & Geheimagent, Publizist & Romancier
Über das wechselvolle Leben und Schreiben von Daniel Defoe

Wohl jeder kennt den »Robinson Crusoe«: den Lebensbericht des englischen Seemanns, der nach einem Schiffbruch 28 Jahre auf einer einsamen Insel vor der Küste Venezuelas zubringen mußte. Mit diesem Schmöker, der sogleich zum internationalen Bestseller wurde, der eine unvorstellbare, bis heute anhaltende, Wirkung erreichte und einer ganzen Literaturgattung, der »Robinsonade«, den Namen gab, hatte Daniel Defoe 1719 als Romancier debutiert – im Alter von fast sechzig Jahren! In der Folgezeit legte er noch weitere solcher Romane vor; etwa »Moll Flanders« oder »Roxana«. Doch auch davor war Defoe als Publizist weithin bekannt gewesen: Mehr als 500 Titel nennt seine Bibliographie, darunter politische, ökonomische, theologische, lebensberatende Schriften, Pamphlete, Traktate, dazu scharfzüngig satirische Poeme, die ihn mehrfach auch hinter Gitter brachten und einmal sogar an den Pranger. Denn Daniel Defoe (1660–1731) hat nicht nur ein immenses – und immer noch faszinierendes – Œuvre vorzuweisen, er hat auch ein abenteuerliches Leben geführt: als kampfstark calvinistischer Dissenter, als waghalsiger Unternehmer und Projekteschmied, als politischer Berater von König William III., als Geheimagent Ihrer Majestät Queen Anne, als streitbarer (und durchaus umstrittener…) Journalist, als neugierig kundiger Beobachter des insularen Geschehens, der zuletzt noch eine großformatige Bestandsaufnahme Britanniens verfaßte und damit, ganz nebenbei, eine weitere Buchgattung erfand, den Reiseführer. In diesem Band gibt Heiko Postma ein umfassendes Porträt Daniel Defoe’s, zeichnet dabei das schillernde Leben des Autors nach, beleuchtet dessen wichtigste Werke und präsentiert aufschlußreiche, von ihm ins Deutsche übersetzte Leseproben aus allen Schaffensepochen Daniel Defoe’s.

ISBN 978-3-940970-16-9
67 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 17: Johannes Peter Eckermann

»Ich denke und spreche nichts als von Goethen«
Über den Schriftsteller und Adlatus Johann Peter Eckermann

Neun Jahre lang, von 1823 bis 1832, stand sein Leben nahezu total im Zeichen Goethes: Er war der (unbezahlte) »Adlatus« und »Amanuensis« des Dichterfürsten, sein unermüdlicher Helfer, Chronist, Gesprächspartner und Anreger, der dem Dienst am Meister alles andere unterordnete – sein Privatleben genauso wie seine beruflichen Perspektiven. Kurz gesagt: Er war Goethes »Eckermann«, und in diesem Belang ist sein Name geradezu sprichwörtlich geworden. An spöttischen Auslassungen über den Getreuen hat es freilich nicht gefehlt: Angefangen von Heinrich Heine, der Eckermann als »Goethe-Papagei« verunglimpfte, bis hin zu Martin Walser, der ihn zum Unhelden seines Dramoletts »In Goethes Hand« machte. Auf der anderen Seite war es der Philosoph Friedrich Nietzsche, der über Eckermanns magnum opus »Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens« urteilte: »Das beste deutsche Buch, das es gibt«. In seinem Buch liefert Heiko Postma, gestützt auf autobiographische und literarische Texte Johann Peter Eckermanns, ein Porträt dieses Schriftstellers, der in kargsten Verhältnissen in Winsen an der Luhe aufgewachsen war, der unter größten Entbehrungen nach »Bildung« strebte und der schließlich in Weimar das Ziel aller Mühen fand – bei »seinem« Goethe. Und selbstverständlich gibt es dazu auch allerlei aufschlußreiche Passagen aus den »Gesprächen mit Goethe«, dem Buch, das Eckermanns Nachruhm unvergänglich machte. »Mir träumte vorige ganze Nacht bey Goethen« (Johann Peter Eckermann)

ISBN 978-3-940970-17-6
64 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 18: Heinrich von Kleist

»Welche Unordnungen in der natürlichen Grazie des Menschen das Bewußtsein anrichtet«
Über den deutschen Dichter Heinrich von Kleist

Am 21. November 1811, vor 200 Jahren, erschoß der damals 34jährige Heinrich von Kleist am »Kleinen Wannsee«, nahe Potsdam, zuerst seine Freundin, die krebskranke Henriette Vogel, und dann sich selbst. »Die Wahrheit ist«, hatte er im Abschiedsbrief an seine (Halb-)Schwester Ulrike geschrieben, »daß mir auf Erden nicht zu helfen war«. Statt dessen träumte er von »lauter himmlischen Fluren und Sonnen, in deren Schimmer wir, mit langen Flügeln an den Schultern, umherwandeln werden.« Ein knappes Jahr zuvor hatte Kleist in seinem Prosastück »Über das Marionettentheater« den paradiesischen Zustand der glücklichen Selbst-Identität umdacht und beklagt, »welche Unordnungen« seit dem Sündenfall, dem Erwerb der Reflexivität, »in der natürlichen Grazie des Menschen das Bewußtsein anrichtet«. Dieser Konflikt zwischen unbedingter, innerer Gefühlssicherheit und reflektierendem Bewußtsein prägte im Grunde Kleists ganzes, von Krisen, Brüchen, Katastrophen durchzogenes Leben und auch weite Teile seines – in weniger als einem einzigen Jahrzehnt entstandenen – Œuvres, des dramatischen wie des erzählerischen, das sich dabei eine Wirkungsmacht auf Leser oder Zuschauer bewahrt hat, wie sie kaum ein anderer »Klassiker« der deutschen Literatur erreichte: Fast alle Theaterstücke Kleists, ob »Amphitryon« oder »Der zerbrochne Krug«, »Das Käthchen von Heilbronn« oder »Der Prinz von Homburg«, selbst die »Penthesilea« gehören zum festen Repertoire der Bühnen; seine dramatischen, gleichwohl fast protokollhaft konzisen Erzählungen wie »Das Erdbeben in Chili«, »Die Verlobung in St. Domingo« oder »Die Marquise von O.« zählen, genau wie seine einzigartigen, in knappstem Duktus gestalteten Anekdoten, zum Grundbestand deutscher Prosa, auch wenn sich diese Werke (und ihr Autor selber.) immer wieder einer »gültigen« Deutung entziehen. In diesem Buch unternimmt Heiko Postma eine Annäherung an Leben und Werk Heinrich von Kleists, der auch zweihundert Jahre nach seinem Tod in so Vielem ein Rätsel geblieben ist.

ISBN 978-3-940970-18-3
64 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 19: Karl May

In Radebeul auf fremden Pfaden
Über Wesen & Werk, Leben & Lebenslegende des Volksschriftstellers Karl May

Auf seinen Visitenkarten stand: »Dr. Karl May – genannt Old Shatterhand«, und der sächsische Erfolgsautor, der sich in Radebeul bei Dresden niedergelassen hatte, ließ keinen Zweifel daran: All die Reisen, deren packende Schilderungen den Lesern bis heute rote Ohren machen, hatte er selbst unternommen; all die Abenteuer »auf fremden Pfaden« selbst bestanden. Alle die unvergeßlichen Gestalten seiner Bücher, ob Winnetou, der »rote Gentleman«, oder Hadschi Halef Omar, der redselige Beduine, waren seine wirklichen Freunde gewesen, und er selber, Karl May, war im Orient Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand in den »dark and bloody grounds«. An dieser Legende hielt er fest, obwohl allmählich Zweifel daran öffentlich wurden und schließlich die Wahrheit ans Licht kam: Karl May war weder Doktor noch Trapper, er war weder im Fernen Westen noch im Nahen Osten gewesen, statt dessen im Zuchthaus als Dieb und Betrüger. Und was nun folgte, war eine Hetz-Kampagne, die ihm das letzte Jahrzehnt seines Lebens zunehmend verbitterte, auch wenn sie seinem Nachruhm letztlich nichts anhaben konnte. In diesem Band stellt Heiko Postma, ausgehend von Karl Mays Roman »Weihnacht!« – dem Buch, das gleichsam die Grenze zwischen den »klassischen« Reise-Erzählungen und dem symbolträchtigen Alterswerk markiert – die wichtigsten Texte des sächsischen Fabulierers vor und beleuchtet die Lebens-Stationen des Autors, der 1842 in Ernstthal geboren wurde und 1912 in seiner Radebeuler »Villa Shatterhand« starb, als phantastischer Erzähler aber zu den Unsterblichen gehört.

ISBN 978-3-940970-19-0
60 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 20: Joseph von Eichendorff

»Ach, wer da mitreisen könnte…«
Joseph von Eichendorff und die Poesie der Sehnsucht

Es ist wohl der seltsam unbestimmte Ton des Fernwehs, der uns in den Liedern, Gedichten, wie auch in der Prosa Joseph von Eichendorffs so in Bann zieht und bewirkt, daß es beim Lesen oder Hören auch uns auf einmal »an den Reiseschuhn brennt«, daß wir aufbrechen möchten, um »durch Feld und Buchenhallen« zu streifen und in den Wunsch einstimmen – »Ach, wer da mitreisen könnte…«. Das sehnsüchtige Verlangen, das Eichendorff in seinen Dichtungen schlicht wie berührend gestaltet, entspringt freilich nicht minder dem – nur scheinbar entgegengesetzten – Gefühl des Heimwehs: dem Heimweh nach dem Land und der Zeit der Kindheit, wo »Kaiserkron und Päonien rot« in verträumten Gärten blühten und weiße Schlösser über die bewaldeten Berge schauten. Doch ob die Sehnsucht nun der erträumten Ferne oder der verlorenen Nähe gilt, »dem künftigen großen Glück« oder »der alten, schönen Zeit« – es drückt sich darin auch ein Unbehagen an der Gegenwart aus, der mal »verworren« zwielichtigen, mal platt »philiströsen« – ein Gefühl, das die Eichendorff’schen Protagonisten zum stets neuen Aufbruch treibt, »wohlgemut in die unbekannte Ferne hinaus«, das sie freilich nicht vor Gefahren und Gefährdungen bewahrt… In diesem Buch gibt Heiko Postma ein Porträt des Dichters, der sich im Literaturbetrieb seiner Zeit eher im Hintergrund hielt, doch heute der wohl populärste aller deutschen Romantiker ist. Vor allem aber soll es um Eichendorffs Œuvre gehen: um die schönsten seiner Gedichte und um seine eindrucksvollsten Prosawerke.

ISBN 978-3-944342-17-7
56 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 21: Matthias Claudius

»Kommt Kinder, wischt die Augen aus, Es gibt hier was zu sehen«
Über den Wandsbecker Boten Matthias Claudius

Sein »Abendlied«, das mit den Worten beginnt »Der Mond ist aufgegangen«, und in dem ein ganz schlichtes Naturerlebnis das Nachdenken über Gott und die Welt auslöst – es gehört zum unvergänglichen Vorrat deutscher Poesie, genau wie dessen morgendliches Gegenstück, das zum Bestaunen des Sonnenaufgangs vors Haus ruft: »Kommt Kinder, wischt die Augen aus,/ Es gibt hier was zu sehen«. Matthias Claudius traf einfach den Ton, der den Leser oder Zuhörer berührt: Ob er in seinem »Lied, hinterm Ofen zu singen«, gutgelaunt, obschon frierend, dem Winter bekundet, »ein rechter Mann« zu sein, »kernfest und auf die Dauer«; oder ob er in seinem (Anti-)»Kriegslied« entsetzt und verzweifelt begehrt, »nicht schuld zu sein« an diesem Grauen. Doch Matthias Claudius konnte noch viel mehr, wovon sich zumal die Leser des »Wandsbecker Boten« überzeugen durften, denen er ein wahres Feuerwerk von Einfällen bot: mal witzig überschäumende, mal besinnliche Verse und Prosastücke; mal spielerisch nonsenshafte Schnurrpfeifereien; und dazwischen immer wieder gekonnte, scheinbar naive, grad darum aber treffsicher auf den Punkt gebrachte Buchkritiken. Erstaunlicherweise hat die Zeitung nur 4 ½ Jahre bestanden; doch Claudius blieb zeitlebens der Bote von Wandsbeck. Im vorliegenden Buch gibt Heiko Postma einen Einblick in Leben und Schaffen dieses dauerhaft von Geldnöten geplagten, doch bemerkenswert glücklichen Poeten und Ehemanns seines »Bauermädchens« Rebekka, dieses verspielten, doch pädagogisch kundigen Famlienvaters, aus dessen Schriften, versteht sich, ausgiebig zitiert wird.

ISBN 978-3-944342-48-1
56 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 22: August Wilhelm Iffland

»Die Komödienzettel las ich wie Bücher der Weisheit«
Über den Schauspieler, Theaterdirektor und Stückeschreiber August Wilhelm Iffland

Er war der Franz Moor in der legendären Mannheimer Uraufführung von Schillers Jugenddrama »Die Räuber«. Er begeisterte das Publikum in Weimar als Goethes Egmont und in Berlin als Wilhelm Tell, trat zudem als Gast an allen wichtigen Theatern im deutschsprachigen Raum auf. Als künstlerischer Leiter der Mannheimer Bühne und später als Direktor des Berliner Schauspielhauses tat er Wesentliches für die soziale Besserstellung der Theaterleute und die gesellschaftliche Anerkennung des Schauspieler-Berufs. Und mit den fünfundsechzig von ihm verfaßten Bühnenstücken war er – neben August v. Kotzebue – der meistaufgeführte Dramatiker seiner Zeit: August Wilhelm Iffland, der am 19. April 1759 in Hannover geboren wurde und am 22. September 1814 in Berlin starb. Aus Anlaß seines 200. Todestags entwirft Heiko Postma in diesem Buch ein Porträt des großen Theatermannes und verfolgt die Stationen seiner ‚theatralischen Laufbahn‘. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf seinen Kindheits- und Jugendjahren in Hannover: auf seinen frühzeitig prägenden Theater-Erlebnissen im hannoverschen Ballhof oder im Schloßtheater, doch ebenso auf seiner Schulzeit im örtlichen Lyzeum, über die sein Klassenkamerad Karl Philipp Moritz im »Anton Reiser« Manches zu sagen wußte. Doch auch aus Ifflands eigener Autobiographie sind allerlei aufschlußreiche Passagen zu lesen. Zudem stellt der Autor einige der damals erfolgreichsten Bühnenwerke Ifflands vor und präsentiert auch eine Reihe der zeitgenössischen Urteile über den Schauspieler und Stückeschreiber. Vollständig enthalten in dieser Ausgabe ist »Der Komet«, Ifflands »Posse in einem Aufzuge« aus dem Jahre 1799.

ISBN 978-3-944342-58-0
80 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 23: Christian Morgenstern

»… um des Reimes willen«
Über den Poeten Christian Morgenstern

Ein Wiesel, das sich »um des Reimes willen« inmitten Bachgeriesel auf einem Kiesel niederläßt: das kann nur der Phantasie Christian Morgensterns entschlüpft sein – einer Phantasie, die Undenkbares (zumindest bis dahin Ungedachtes…) anschaulich und mit verblüffendem spielerischen Sprachwitz vor die Sinne führt. Und dies zumal in den »Galgenliedern«, in denen allein aus Wörtern neuartige Wesen erstehen wie das Nasobem, die Auftakteule oder der Zwölefant, der kleinwüchsige Vorläufer des Elefanten. Nicht minder bezwingend aber auch Christian Morgensterns Lieblings-Protagonist späterer Jahre: Palmström, der empfindsam-erfindungsreiche Idealist, der notorische Friedensfreund in einer militaristisch gesonnenen Umwelt, samt seinem rein geistigen Dauerbegleiter, dem Herrn v. Korf. Doch die Galgenlieder und die Palmström-Verse bilden nur einen Teil von Morgensterns Œuvre: Abgesehen von seinen hochkarätigen Übersetzungen (vor allem der Ibsen-Dramatik), schrieb er fürs Cabaret, hintergründige Epigramme und Sprüche und Kindergedichte. Doch als sein eigentliches Werk betrachtete er die neun Bände mit »ernster« Lyrik, die er zwischen 1895 und 1914 herausbrachte: Melancholisch-mystische Naturbilder, Weltdeutungs-Versuche, schwermütige Stimmungs-Schilderungen – anfangs dem Denken Nietzsches verpflichtet, später dann der Anthroposophie Rudolf Steiners zugewandt. Im vorliegenden Band gibt Heiko Postma einen Einblick in das kurze, von ständigen Sanatoriums-Aufenthalten bestimmte Leben des Dichters und beleuchtet anhand zahlreicher Textbeispiele die vielfältigen Aspekte seines literarischen Schaffens.

ISBN 978-3-944342-61-0
58 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 24: Gotthold Ephraim Lessing

»Unter Büchern vergraben«
Gotthold Ephraim Lessing. Vom freien Schriftsteller zum Bibliothekar in Wolfenbüttel

Als Gotthold Ephraim Lessing 1770 nach Wolfenbüttel kam, um die Leitung der herzoglich-braunschweigischen Bibliothek zu übernehmen, war er 41 Jahre alt: ein scharfsinniger Denker, kampfstarker Essayist und gefürchteter Rezensent, ein Maßstäbe setzender Kunsttheoretiker und Dramaturg, ein vielgespielter Dramatiker obendrein: der glänzendste Literat der deutschen Aufklärungs-Epoche. In diesem Büchlein verfolgt Heiko Postma den Weg des 1729 in Kamenz/Oberlausitz geborenen Pfarrerssohnes Lessing: Beleuchtet werden die frühen Sinngedichte, Fabeln, anakreontischen Lieder und Lustspiele des Leipziger Studenten, die journalistischen Sottisen des Berliner Zeitungsmanns genau wie die literaturkritischen Studien, die Lessing in der – gemeinsam mit Friedrich Nicolai und seinem Freund Moses Mendelssohn edierten – Wochenschrift »Briefe, die neueste Literatur betreffend« herausbrachte, und, versteht sich, die Muster-Bühnenwerke des Theaterschriftstellers – etwa seine hintergründige Komödie »Die Juden« oder sein großes, landauf landab gespieltes Rührstück »Miss Sara Sampson«. Ein besonderes Augenmerk gilt dann Lessings Zeit als herzoglicher »Bücherhüter« in Wolfenbüttel, wo seine dramatische Ader nach der Vollendung seines Trauerspiels »Emilia Galotti« freilich nahezu versiegte, bis er, durch widrige Ereignisse genötigt (und angestachelt!), schließlich doch auf seine »alte Kanzel, das Theater« zurückfand und sein opus magnum schuf – das »Dramatische Gedicht«, wie er’s nannte, »Nathan der Weise«.

ISBN 978-3-944342-65-8
60 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 25: Lewis Carroll

»Die Frage ist, wer das Sagen hat«
Über Lewis Carroll, den Autor von »Alice im Wunderland«

Wer kennt sie nicht – den Verrückten Hutmacher, den Märzhasen und die Grinsekatze? Oder die anderen sonderbaren Gestalten aus Lewis Carroll’s Klassiker »Alice im Wunderland«, wie die Falsche Suppenschildkröte (aus der Falschen Schild-krötensuppe, der Mockturtle) oder die schrill schreckliche (Karten-)Königin der Herzen? Und nicht minder unvergeßlich sind die Figuren, denen die kleine Alice in ihrem zweiten Abenteuer begegnet, in dem sie als »Weißer Bauer« in einer traumhaft (sur-)realen Schachpartie agiert : Man denke hierbei nur an den gnatzig-selbstgewissen Eiermann Humpty Dumpty. Lewis Carroll (1832–1898), der diese Phantastik-Welten ersonnen hat, war Dozent für Mathematik und Logik in Oxford und als solcher auch Verfasser mehrerer Bücher zur Trigonometrie, Algebra und Arithmetik. Daneben aber war er – lebenslang vom Wunsch erfüllt, »noch einmal wieder ein kleines Kind zu sein« – ein ganz großer Freund ganz kleiner Mädchen, für die er sich Geschichten ausdachte, Denk- und Rätselspiele; mit denen er über Jahre hinweg korrespondierte; denen er seine trickigen Erfindungen präsentierte und in deren Gesellschaft er bisweilen sogar sein Stottern vergaß, unter dem er litt. In diesem Buch gibt Heiko Postma einen Einblick in das – nicht ganz unproblematische – Leben Lewis Carroll’s. Vor allem aber widmet er sich dem Werk – den beiden »Alice«-Büchern, doch ebenso der rätselvoll komischen Vers-Erzählung »Die Jagd nach dem Snark. Eine Agonie in acht Anfällen« und nicht zuletzt dem quirlig episodenreichen Roman »Sylvie und Bruno«. Mit vielen charakteristischen Zitat-Passagen in Heiko Postmas Übertragung.

ISBN 978-3-944342-83-2
62 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Band 26: Heinrich Heine

»Der beste der Humoristen«
Über den Dichter Heinrich Heine

Er war ein bezwingender Lyriker, ob er, in der Zeit nach der Juli-Revolution, seine zündenden Verse an seine Landsleute richtete; oder ob er, am Ende seine letzten, tief berührenden Gedichte hervorbrachte. Er schrieb eine brillante Prosa : witzig und voller ironischer Schlenker, ob’s um seine »Reisebilder« ging, seine großen Studien zur »Romantischen Schule« und zur »Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland«, um seine Essays oder um seine journalistischen Korrespondenzen über »französische Zustände«. Gewiß, seine zwei großgeplanten erzählerischen Prosa-Arbeiten blieben (wenngleich eindrucksvolle) Fragmente, singulär dagegen seine zwei hinreißenden Vers-Erzählungen. Und selbst als Dramatiker hat er sich versucht : Heinrich Heine, der »entlaufene Romantiker«, wie ihn ein Kollege nannte (was ihm gut gefiel). Heinrich Heine, der notorische Aufklärer mit dem Herzen am rechten, nämlich »linken« Fleck, der sich gleichwohl von keiner »Partei« vereinnahmen lassen wollte. Heinrich Heine, der Propagandist der Freiheit; der deutsche Patriot, der an Deutschland litt und die letzten 25 Jahren seines Lebens im selbstgewählten Exil in Frankreich verbrachte, wo er sein Heimweh ironisch herunterspielte. Heinrich Heine, der an den deutschen Patrioten verzweifeln konnte, weil sie nichts als dies waren; während er sich als Europäer, ja, als Kosmopolit verstand. Heinrich Heine, der gebürtige Jude, getaufte Christ, doch im Innersten sinnenfroh genußvolle Heide. Heinrich Heine, der große Polarisierer : geliebt – gehaßt – gefürchtet (je nach Standort) von seinen Zeitgenossen. Und für die Nachwelt : ein Klassiker der ziemlich eigenen Art.

ISBN 978-3-944342-88-7
70 Seiten, Softcover, 9,80 Euro

Sonderband: Hannover

»Mein Gott! Da sieht es sauber aus!«
Eine literarische Zeitreise durch Hannover

»Mein Gott! Da sieht es sauber aus!« Diesen (für längere Zeit unauslöschlichen) Eindruck von Hannover gewann im Herbst des Jahres 1843 der Dichter Heinrich Heine, als er im Zuge seines Deutschland-Besuchs, aus Paris kommend, in unserer Stadt einen Zwischenhalt einlegte. Mit Urteilen solcher oder ähnlicher Art müssen wir halt leben. Sie werden auf dieser kleinen Zeitreise durch das literarische Hannover mehrfach zu hören sein, einer LiteraTour, an der aber – erfreulicherweise – auch Poeten teilnehmen, denen es in der Welfenstadt ganz gut gefiel. Versammelt (und einigermaßen chronologisch sortiert) sind literarische Hannover-Impressionen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert: Briefe, Tagebuch-Notate, Reiseskizzen, Feuilletons, Gedichte, Auszüge aus Romanen oder Erzählungen. Die Texte stammen von eingeborenen Hannoveranern oder von zugereisten, die an der Leine hängenblieben; von hannoverschen Autoren, die ihrer Vaterstadt bei passender Gelegenheit entflohen oder die aus ihr vertrieben wurden; von Literaten, die Hannover auf der Durchreise kurz erlebten oder die hier einen längeren, mehr oder minder prägenden Abschnitt ihres Lebens verbrachten. Die Skala reicht von Leibniz und Lichtenberg, Busch und Börne, Marx und Moritz, Schwitters und Schmidt, über Hans Christian Andersen, Mark Twain oder Jerome K. Jerome bis hin zu Samuel Beckett, um nur einige von denen zu nennen, die hier zu Wort kommen sollen. Sie alle haben uns ihr Bild von Hannover hinterlassen.

ISBN 978-3-940970-99-2
80 Seiten, Softcover, 9,80 Euro